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Louise hires a contract killer

4. Oktober 2009

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Wir waren am Samstag Abend im sympathischsten Programmkino der Stadt. Der Sundance Spezialpreissieger Louise hires a contract killer stand an, der Trailer sah wirklich lustig aus. Im Mittelpunkt der Handlung steht die etwas schwerfällige Arbeiterin Louise, die in einer Textilfabrik in der Picardie Kleider einpackt. Vom einen auf den anderen Tag muss die Fabrik schließen, eines morgens stehen die Arbeiterinnen einfach in der geräumten Halle. Erst nach einem Telefonat mit der Gewerkschaft erfahren sie, dass die Firma geschlossen werden musste, sie aber eine schmale Abfindung bekommen können. Schnell beschliessen die Verpackerinnen, ihre Abfindungen zusammen zu legen um einen Auftragsmörder auf ihren gemeinen Chef anzusetzen. Alte Frauen, die ein armes Leben führen wehren sich gegen die anonyme, kapitalistische Knechtung – so gut, so lustig.
Im Auftrag ihrer Kolleginnen heuert die analphabetin Louise (über deren Vergangenheit es dann doch noch einige überraschende Entdeckungen im Laufe des Films gibt) den abgebrannten Waffennarren Michel (dessen Vergangenheit auch nochmal spannend wird). Dieser ist jedoch eine totale Niete, und um das Geld zu kassieren und dabei den Kopf aus der Schlinge zu halten, schickt er einfach Todkranke Verwandte und Bekannte vor. Spätestens wenn dann die krebskranke Cousine, blaß, ohne Haare und in einem Kinderkleid durch ein High-Society Fest stolpert, wortlos einen alten Mann und sich selbst erschießt und dann die Kamera auf den freudig lachenden Michel draußen wechselt, war selbst meine Grenze für schwarzen Humor erreicht. Der Film hat mehrere solcher Szenen, einige ganz lustige und viiiiele Längen, ich hatte deutlich mehr erwartet. Die versprochene Antikapitalistische Anarchokomödie ist er auf jeden Fall nicht, aber immerhin füllt Yolande Moreau die eigensinnige Protagonistin mit viel Seele und rettet einige Szenen durch ihr behebig schwerfälliges Spiel. Der spannendste Teil ist definitiv das vorsichtige bohren in Louises Vergangenheit, über die ich lieber mal gar nix verrate.

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