Intelligent über Videospiele schreiben: von alternden Kampfmaschinen und martialischen Trends

2010 Januar 30
von jan


Im aktuellen Amnesty Magazin ist ein sehr guter Artikel des Kulturjournalisten Thomas Lindemann (der ansonsten interessanterweise für die Welt schreibt), der sich ausnahmsweiße mal wirklich intelligent mit Spielen als kulturellen Äußerungen auseinandersetzt. Ich wünschte, es gäbe so etwas öfter. Hier ein Ausschnitt zu “Modern Warfare 2″:

Das Beklemmende ist nicht, dass ein Spiel den Krieg darstellt – davon gibt es längst Hunderte. Sondern ausgerechnet dieses ­Videospiel ist das Beste unter den aktuellen. Eine spielerische Qualität wird man selbst als Pazifist anerkennen müssen. Das Dilemma besteht darin, dass es wirklich Spaß macht. Das Spiel löst widersprüchliche Emotionen aus. Solche Zweifel an der eigenen Wahrnehmung sind nicht neu. Gewalt gehört immer schon zu Medien. Am Ende von Homers Odyssee ermordet der Titelheld grausam die Schnorrer, die sich bei seiner Frau eingenistet haben. Auch moderne Kunstwerke sind oft brutal – jedenfalls gilt “Der Pate” nach wie vor als Filmklassiker.

Auf den Geisteswissenschaftlichen Diskurs über Videospiele warte ich ja leider immer noch umsonst, aber das Feuilleton der Welt muss ich wohl in nächster Zeit mal ein bisschen mehr im Auge behalten. Wenn da nicht dieser Axel S. Verlag wäre :/

sis is ffäri importent [Update]

2010 Januar 26
von jan

Jaja, da schickt die Union ja mal wieder die Top-Leute nach Brüssel. Irgendwie bezweifel ich ja, dass sein Französisch signifikant besser ist -.-

Update: Die “der Tag” Redaktion von HR2 hat sich dem Thema nochmal angenommen, traumhaft.

Und dann war da diese Szene, als der ehemalige japanische Ministerpräsident Koizumi in angeschossenem Zustand Kim Jong Il in Mahjong besiegte und damit die Welt rettete

2010 Januar 17
von jan


Ich bin kein Fan von “Kein Kommentar”, aber jeder Autor muss wissen, wann er nichts mehr beitragen kann, von daher: Kein Kommentar!

via ToplessRobot

Freie Musik: Lucrecia – Counting Backwards

2010 Januar 17
von jan


Die dazugehörige EP Like Being Home, mit dem schönsten Titeltrack aller Zeiten, gibt es bei seriesmedia zum kostenlos herunterladen. Natürlich hat die sympathische Kolumbianerin auch eine eigene Homepage.

Missile Command – das Dokudrama

2010 Januar 17
von jan


Man kann Spiele, besonders alte, erschreckend simple, als albernen Kinderkram ohne jeglichen Nährwert abstempeln. Man kann aber auch einen zweiten Blick wagen und sie als kulturelle Zeugnisse ihrer Entstehungszeit verstehen. Dafür muss man den unterhaltsamen Teil nicht mal rausnehmen. Das Missile Command Dokudrama von Retrosabotage zeigt uns ganz knapp, aber sehr schön, wie man innerhalb von Spielen gehaltvoll über Spiele sprechen kann.

Und wer trotzdem keine Spiele mag, der lernt immerhin, wie ein Raketenabwehrschirm funktionieren sollte und wie naiv viele US-Amerikaner in den 80ern von den eigenen Langstreckenraketen gedacht haben.

Mainz jetzt auch so ein bisschen besetzt

2009 November 13
von jan

Besetzt
Wo wir es grade von revoltierenden Studenten hatten, seit Dienstag ist auch an meiner schönen Johannes Gutenberg Universität Mainz das Atrium Maximum besetzt. Atrium Maximum klingt ziemlich wichtig, ist aber eigentlich nur ein größerer Raum, der primär zu representativen Zwecken genutzt wird und für den universitären Lehralltag kaum eine Rolle spielt. Trotzdem ist die Besetzung großartig und wichtig, und ich hoffe diese Europaweite Besetzungswelle nicht folgenlos bleiben wird. Neben einer dringenden Korrektur der momentanen Unterfinanzierung unserer Bildungslandschaft, wäre eine tiefgreifende Nachjustierung der Bologna-Refom schon eine feine Sache. Leider gehen die mutigen Besetzer schon ziemlich auf dem Zahnfleisch und benötigen dringend Verstärkung. Sie würden sich sicher auch schon über solidarische Lebensmittelspenden und Rechtsbeistand freuen.
Aber ich folge nun natürlich den Zeichen der Zeit, packe meine Synthesizer zusammen, ziehe auf einen großen Bauernhof und werde Krautrock 2.0 Legende.

Meine Damen und Herren, liebe Hippies, welcome to Krautrock

2009 November 12
von jan


Die BBC Four hat eine sehr schöne Dokumentation über die Entstehung der deutschen Progressive Musik, die die Briten im allgemein Krautrock nennen, gemacht. Neben einer lustigen Aussprache von Wirtschaftswunder und vielen alten Deutschen, die im Gegenzug schlecht englisch können, produziert die Dokumentation auch viel schicksalsschwangere, Ideologischen Verbindungen zu Nazis und RAF. Trotzdem kann man hier noch einiges, interessantes über die Deutsche Musikgeschichte und ihre Verbindungen mit deutschen Filmemachern und dem geteilten Berlin lernen.

via Matrixsynth

Babelprint: Zornige Verse gegen Klangcollagen

2009 November 11
von jan

Dazz1
Ich habe eben entdeckt, dass mein Stammblatt, das schöne, gemütliche Rüsselsheimer Echo mittlerweile einen richtig vorzeigbaren Webauftritt besitzt. Diese Tatsache möchte ich in Zukunft dazu nutzen, unregelmäßig auf einzelne Perlen meiner Printjournalistischen Tätigkeiten hinzuweißen, die ich für besonders gelungen, kurios oder sehenswert befinde. Den Anfang macht die Besprechung eines Konzerts des Nauheimer Dazz-Trios vom vergangenen Sonntag.

Freie Musik: The Rabbit Theory

2009 November 11
von jan

rabbit
Ich hab ja ziemlich wenig Ahnung von Screamo, selbst das Wortspiel habe ich erst vergleichsweiße spät durchschaut. Als wir vor einiger Zeit jedoch nach Mainz gezogen sind, hatte Genosse M (Der ernste Blick hinter den Brillengläsern von Hirnwichse) eine CD im Gepäck, die so unverschämt groovte, dass sie mir lange Zeit nicht aus dem Gedächtnis ging. Es war das Album “save/cancel” der Züricher Gruppe “The Rabbit Theory”. Die Vier glänzen nicht nur durch lässige Rhythmen und tolle Gitarrensounds, sondern wirken auch noch richtig Sympathisch. Sie haben ihre beiden Alben bei Archive.org eingestellt, wer die Band auch finanziell unterstützen mag, kann ihre Alben über Quiet Records bestellen, und irgendwo auch als Audiokassette ordern.

Hier noch ein nettes, kleines Konzertfilmchen:

Ab und zu kommt Alex noch mal vorbei

2009 November 11
von jan

Ging ja voll an mir vorbei, dass die Toten Hosen nach langer Zeit mal wieder einen relevanten Song geschrieben haben.